Jahresabschluss mal anders

Übungen für ein Mindset schöpferischer Unternehmenskultur

Welche Zukunft in einer unplanbaren VUKA Welt?

Planbar sollte sie möglichst sein, die Zukunft, sicher und stabil. Und so bedenken wir uns zum Jahreswechsel gerne mit entsprechenden Wünschen: dass man möglichst so bleibt wie man ist, gesund und erfolgreich und dass eintreten möge, was wir uns wünschen.

Und gleichzeitig haben wir längst verstanden, dass wir in einer VUKA-Welt leben, in einem Umfeld, das uns immer

V olatiler begegnet, mit

U nsichereren Rahmenbedingungen, die sich ständig ändern, die immer

K omplexer in Abhängigkeiten zueinander stehen, deren Zusammenhänge mehrdeutiger

(A mbiguous) und unklarer sind. V.U.K.A. eben.

Was soll man sich da zum Neuen Jahr noch wünschen? Alles Gute? Doch was gestern gut war, ist es morgen vielleicht schon längst nicht mehr.

Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, als den des Jahreswechsels, um in Teams und Unternehmen einen neuen Mindset einzuüben, der schöpferisch auf diese unvorhersehbare Zukunft ausgerichtet ist.

Es braucht neue Retrospektiven für co-kreative Visionen der Zukunft

Üblicherweise werden in Unternehmen am Ende des Jahres Umsatzzahlen verkündet, Zuwächse und Beiträge Einzelner lobend erwähnt und Projektabschlüsse gefeiert.

Die Ausblicke und Planungen des neuen Jahres entstehen dann auf Basis der gemachten, alten Erfahrungen – oft in Form von Zahlen, Daten und Fakten.

Aber was passiert, wenn Vergangenes überwiegend an den materiellen Erfolgen von gestern gemessen wird und wenn unser Bewusstsein nur von diesen ausgehend weiterdenkt? Was, wenn Sie aus der Vergangenheit nur das downloaden, was Sie aus Planungssicht für relevant erachten, um Zukunft zu entwerfen?

Sie versäumen zu entdecken, was tatsächlich noch unausgesprochen und unentdeckt an Potentialen im Werden begriffen ist.
[Otto Scharmer: Theorie U: Von der Zukunft her führen]

Gegenwart offen wahrnehmen – Zukunft entstehen hören

Die unscheinbaren Hinweise auf die Zukunft, die sich gerade formt, offenbaren sich erst, wenn Sie aufmerksam beobachten und in authentischen Kontakt mit der Umwelt treten, aus welcher die Zukunft entstehen wird. Der Change-Visionär Otto Scharmer spricht in seiner U-Theory dabei vom „aus dem Herzen hören“ (listening from the heart) und von presencing, dem present-sensing, also dem „aus der Gegenwart erspüren“.

Mit derart ausgefahrenen Antennen für das Erfahrungsfeld der Zukunft hören Sie anders zu, nicht nur aus dem Denken heraus, sondern auch auf der emotionalen Ebene.

Wie soll das konkret gehen? Klingt das nicht ein wenig Welt-entrückt: „Aus dem Herzen zuhören?“ Im Gegenteil! Wir sind hier beim ersten Schritt, einen schöpferischen Mindset einzuüben. Und dazu braucht es die Fähigkeit, in einer neuen Qualität und auf neuen Ebenen miteinander in Kontakt zu treten.

Die Herzforschung untersucht Wege zukunftsweisender Unternehmenskulturentwicklung

Für die Entwicklung dieser Fähigkeit gibt uns die Herzforschung mit Rollin McCraty und Doc Childre erstaunlich greifbare Impulse:

Wenn Menschen Dankbarkeit nicht nur in Worten aussprechen, sondern Dank, Wertschätzung oder Liebe wirklich und tief im Körper und im Herzen empfinden, stellt sich im gesamten Körper von Nervensystem über Herz und Atem bis zum Hormonhaushalt in kürzester Zeit ein ausgeglichener Zustand ein.

Dann haben wir plötzlich viel leichteren Zugriff auf den unermesslichen Schatz unserer Potentiale, unser Gehirn kann ungehindert einen großen Teil seiner Verbindungen nutzen, wir reagieren weiser, schneller und mit besseren Ergebnissen und können Konflikte integrativer lösen. Mit einem aktivierten Gefühl von Dankbarkeit oder Liebe im Herzen sind wir sogar nachweislich intuitiver und erahnen Dinge, die noch nicht offensichtlich eingetreten sind. [Quelle]

Und viel weitreichender noch: Indem Menschen sich darin üben, ihren eigenen Herzrhythmus in einen ausgeglichenen Zustand zu bringen, können sie sogar im Kontakt miteinander den Zustand einer ganzen Gruppe verändern. Teams bilden eine ganz eigene Gruppenkohärenz aus, die als aufeinander eingeschwungene Herzrhythmen messbar sind. Menschen, die auf diesen Ebenen im Einklang sind, kooperieren und kommunizieren nachweislich auf hohem Niveau. [Quelle]

Resilient, kooperativ und co-kreativ im Herz-kohärenten Zustand

Viele spirituelle Strömungen haben sich seit Jahrtausenden der Kraft des Herzens und des Atems bedient und auch Sportler haben neuerdings diese Quelle wiederentdeckt. Ähnlich empfehlen Doc Childre und McCraty folgende, schnelle Kohärenz-Technik:

  • Lenken Sie die Aufmerksamkeit auf das Herz oder den Brustraum.
  • Atmen Sie langsam ins Herz ein und aus und nehmen Sie Ihren Atem wahr.
  • Aktivieren Sie ein positives Gefühl von Dankbarkeit oder Liebe, im Brustraum (mit der Vorstellung, dass Dankbarkeit ins Herz strömt).
  • In nur wenigen Minuten verändert sich Ihr Zustand spürbar.

Gruppen, wie z.B. niederländische Polizeieinheiten, trainieren dies regelmäßig vor ihren Einsätzen und Meetings und entwickeln sich zu aufeinander eingespielten, resilienteren und auch in schweren Situationen handlungsfähigen Teams.

Auch die Mitbegründerin der co-kreativen Bewegung in den USA Carolyne Anderson, die ich heuer bei ihrer Arbeit beobachten durfte, beginnt bei der Initiierung von Projekten co-kreative Gruppenprozesse mit diesem Herzfokus.

 

 

Maria Kaplan trainiert und coacht seit 2011 Menschen mit dem Schwerpunkt Kooperation, Führung und Diversity im Projektmanagement
Maria Kaplan

Jahresrückblick mal anders - Unternehmenskultur bewusster Potentialentfaltung

Was für eine Power steckt in uns, wenn wir das Herz wieder in den Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stellen! Eine Power des gelebten Paradigmas des Herzens!

Zum Jahresende könnten Sie in Ihrem Umfeld nun bewusst einen Rahmen für Herz-lich empfundene Dankbarkeit, und Wertschätzung schaffen:

  • Momente in denen Sie aufmerksam den Kollegen, Mitarbeiter oder Chef, die Dame oder den Herrn am Empfang wissen lassen, was gerade diese persönlich bei Ihnen bewegt haben.
  • Was lassen sie in Ihnen entstehen? Freude, Motivation, ein Lachen, Durchhaltevermögen, Inspiration, Mut oder eine veränderte Haltung?
  • Was stärkt Sie gegenseitig?
  • Welche Entwicklungen nehmen Sie gerade aneinander wahr?
  • Was hat sie überrascht oder gefreut? Und wofür sind Sie dankbar?

Solch ein authentischer Austausch könnte folgendermaßen entstehen:

  • Sie könnten z.B. auf diese Weise Meetings als Runde eröffnen oder abschließen,
  • in Kaffeepausen dazu miteinander ins Gespräch gehen.
  • Mit einem derart Herz-lichen Austausch könnten sogar die Beziehung zu Ihren Kunden und anderen Stakeholdern intensiviert werden.
  • Weihnachtsfeiern könnten mit Speed-Dating oder Wichtelbotschaften der Anerkennung einmal anders gestaltet werden.
  • Texte für Weihnachtskarten würden an Kraft gewinnen.

Ich verspreche Ihnen bewegende Momente und tiefgreifende Veränderungen im Miteinander, wenn Menschen sich gegenseitig so aufrichtig erkennen.

So hören Sie mehr von der Zukunft als nur das scheinbar Nützliche und stärken Beziehungen und Vertrauen, um Neues gemeinsam zu erschaffen.

Und was könnte erst entstehen, wenn Sie zum Jahresabschluss mit Ihren Teams einmal aus einer anderen Perspektive ein Gespräch über die Zukunft des Neuen Jahres beginnen?

Stellen Sie einander doch ein paar verrückende Fragen mit unerwartetem Ausgang:

  • Was ist dieses Jahr entstanden, wovon Sie noch nicht einmal zu träumen gewagt hätten?
    Und was könnte dann erst 2018 möglich sein?
  • Was hat heuer dein Weltbild auf den Kopf gestellt? Und warum lebst du trotzdem noch?
  • Welches Problem hat sich im Nachhinein als echter Segen erwiesen?
  • Welche Fassade bröckelt gerade? Und was will dahinter Lebendiges hervorbrechen?
  • Was scheint im Augenblick unverrückbar? Und was wäre das Verrückteste, das beim Verrücken entstehen könnte?

Auf diese Weise laden Sie einander zu einem spannenden Experiment ein, festgefahrene Urteilsmuster zu verlassen und unerwartete Bilder von der Zukunft zu kreieren.

- Ein Herz-licher Kontakt zueinander,

- authentisches Fragen und Beobachten dessen, was aus der Gegenwart auftaucht,

- das Unterbrechen gewohnter Denkmuster und

- ungewohntes neu-Denken

sind erste einfache Wege, unseren Bewusstseinsraum der Möglichkeiten zu weiten. Je mehr wir uns darüber mit anderen im Alltag austauschen, umso mehr trainieren wir uns darin, Neues im gemeinsamen Umfeld denkbar und spürbar zu machen. Diese Zukunft ins lebendige Ausprobieren und Handeln zu verwandeln, ist dann der nächste, kreative Schritt.

Ich wünsche Ihnen für die Weihnachtstage HERZ-erfüllte Begegnungen, frohe, schöpferische Gespräche und Momente der Stille und Verbundenheit, auf dass wir das neue, unbekannte 2018 mit Abenteuerlust empfangen können!

Maria Kaplan

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