Wer Verantwortung praktiziert, entwickelt seine Resilienz

Das Jahr 2020 wird zweifelsfrei in die Geschichte der Menschheit eingehen. Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen, die Erderwärmung, die Verschmutzung der Meere galten als die großen Herausforderungen, die es zu bewältigen gilt. Und dann kam wie aus dem Nichts COVID-19 als Pandemie und mit ihm eine völlig neue Situation. Lockdown und Shutdown, Distance-Learning, Home-Schooling und Remote Work, Triage, vulnerable Gruppen, Sequenzierung, Inzidenz, systemrelevante Berufe sind Worte und Begriffe, die wir vorher kaum kannten und verwendeten, jetzt aber wie selbstverständlich Einzug in unseren Sprachgebrauch gefunden haben. 


Mehr denn je sind wir gefragt, uns in der inneren Kraft zu festigen. Und dafür gibt es einen bewährten Weg …


Herausforderungen annehmen

Resilienz ist die psychische Widerstandskraft schwierige Situationen zu meistern und unbeschadet zu überstehen. Sie ist die Fähigkeit, aus gegebenen Rahmenbedingungen das Bestmögliche zu machen bzw. Krisen für Entwicklung zu nutzen. Resilienz ist dynamisch und trainierbar und untrennbar mit Zukunftsfähigkeit verbunden.


Das Leben lehrt uns von Kindheitstagen an, mit Herausforderungen, Rückschlägen und Krisen umzugehen. Wir lernen daraus und entwickeln Bewältigungsstrategien. Seit über einem Jahr jedoch stoßen wir fast alle an unsere Grenzen, von jung bis alt. Als wären wir nicht schon als Eltern, Paare, Söhne und Töchter, die sich um betagte Eltern kümmern, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber genug gefordert, bringt die Pandemie, die wir alle noch nie erlebt haben, uns an die Grenzen der Belastbarkeit.

Auch wenn die Maßnahmen aktuell gelockert werden: Kinder und Jugendliche dürfen immer wieder nicht in die Schule, alte Menschen werden immer wieder isoliert und dürfen oder sollen nicht mehr besucht werden. Unsere sozialen Kontakte sind häufig eingeschränkt. Im Berufsleben sind die einen gefordert durch Personal- und Fachkräftemangel, die anderen sind durch Arbeitslosigkeit und Kurzarbeit zum Nichtstun gezwungen. Und viele stehen vor den Trümmern ihrer Existenz. Und all das zusammen erzeugt in vielen von uns Angst.

„Ich habe Angst, es nicht mehr zu schaffen“, sagte mir eine Frau im Coaching nach mehreren Monaten im Home-Office. Die drei Kinder waren im Distance-Learning und ihr Mann kämpft mit Arbeitslosigkeit. „Ich schäme mich wegen meiner Ängste und gleichzeitig merke ich, dass ich sie auf meine Familie übertrage. Mein Widerstand gegen diese unlösbare Situation wächst von Tag zu Tag“.


Ob mit oder ohne Pandemie … „Druck und Angst verhindern Resilienz, Gelassenheit, und das Vertrauen, dass es gut wird“ – hilft, sagt der Neurobiologe und Hirnforscher Dr. Gerald Hüter.


Wahrnehmen, was ist

Je mehr wir im Widerstand gegenüber Situationen, gegenüber Menschen oder uns selbst sind, umso mehr schwächen wir uns. Das Wissen, dass Widerstand die meiste Kraft kostet, ist fundamental für die eigene Resilienz.

Der erste Schritt zur Bewältigung der Angst besteht darin, sie sich einzugestehen. Je länger wir unsere Ängste unterdrücken, umso übermächtiger werden sie in uns und zwingen uns zu einem Handeln, das uns nicht stärkt, sondern immer weiter schwächt.

Verantwortung übernehmen

In einem Zustand der Opferhaltung haben wir alle Wirkungskraft bereits abgegeben und sind den äußeren Umständen gegenüber ohn-mächtig ausgeliefert. Wenn wir Verantwortung übernehmen, übernehmen wir gleichzeitig wieder das Steuer unseres Lebens und können freier agieren.

Vielleicht ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt ein neues Verantwortungsbewusstsein zu entwickeln. Verantwortung übernehmen für mich selbst, für die eigene ganzheitliche Entwicklung, für die Entwicklung der eigenen Potenziale, der eigenen Gesundheit, des körperlichen Wohlbefindens, des mentalen und emotionalen Zustandes sowie der Erfüllung des eigenen Lebenssinns.

Wenn wir als Individuum, als Familie, als Organisation, als politische Partei, als Staat nach dieser Maxime handeln, sichert das unser Wohlsein, unser Glück, unsere Existenz, unsere Zukunft.

Teil der Lösung sein

Das Leben scheint so angelegt zu sein, dass es uns immer und immer wieder vor Herausforderungen stellt mit dem Auftrag, diese zu lösen. Der Zweck dieses Spiels liegt offensichtlich in der Einladung, uns zu entwickeln, immer fähiger, immer mehr Mensch, immer mehr wir selbst zu werden, immer mehr die uns innewohnende Liebe in die Wirkung zu bringen.

Diese Herausforderungen mögen unangenehm, manchmal richtig bedrohlich sein, aber sie bergen die Chance in sich, zu einem guten, immer besseren, gelösteren Leben, mit immer mehr glücklichen Momenten.


Ein gutes Leben ergibt sich daraus, dass wir uns auf das Spiel einlassen, auftretende Dissonanzen aufzulösen, entstandenes Ungleichgewicht in eine neue Balance zu bringen, Konflikte lösen und sie münden zu lassen – in ein besseres Miteinander, in Entwicklung, in wirklichen Fortschritt.





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2 Comments

  1. Lieber Peter, danke für die wunderbare Tiefe, mit der Du die Situation unserer Zeit und das Thema Resilienz beleuchtest!
    Bitte schreib öfter…

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