So kommen Sie als Coach zur ICF-Zertifizierung

Ein umfassender Überblick zu den existierenden ICF-Zertifizierungen, die besten Wege dorthin und welche Vorteile sie Coaches bieten


Sie haben eine Coaching-Ausbildung (etwa die FUTURE-Coaching-Ausbildung 4.0) abgeschlossen und sind bereit, die Welt zu erobern? Sie haben gehört, dass eine internationale Zertifizierung für Ihre Profilaufbahn als Coach sinnvoll ist, aber der Weg dorthin ist nicht ganz klar? Verständlich, immerhin gibt es da ein verworrenes Begriffs-Labyrinth. Mit diesem Beitrag möchte ich Ihnen einen Leitfaden an die Hand geben und zeigen, dass der Zertifizierungsweg nicht nur sinnvoll, sondern trotz dem teilweise verwirrenden Kürzel-Salat auch sehr klar sein kann.


Ziel dieses Beitrags ist also, zu zeigen, wie Sie sich als Coach zertifizieren lassen können und was mögliche Gewinne und Bereicherungen dadurch sein können.


Ebenso erfahren Sie, was es mit folgenden dazu gehörenden Themen auf sich hat:

  • die Internationale Coaching Federation (ICF)
  • die Akkreditierungslevel 1-3
  • die Zertifizierungsstufen für Coaches

Fangen wir beim Anfang an.


Wohlwissend, dass es zahlreiche Verbände gibt, die sich mit der Qualität im Coaching befassen, liegt der Fokus dieses Beitrags auf dem weltweit größten, der ICF (International Coaching Federation).


Die ICF gilt als der Goldstandard im Coaching. Sie ist eine international agierende Non-Profit-Organisation, die sich seit bald 30 Jahren mit der Weiterentwicklung und Qualitätssicherung von Coaching und Coaches befasst. Sie bietet unterschiedliche Akkreditierungen (Level 1-3) für Coachingausbildungen und Zertifizierungen (ACC, PCC, MCC) für Coaches.


Was bedeutet akkreditierte Ausbildung?

Ausbildungsanbieter wie FUTURE können ihre Coachingausbildungen auf drei Leveln akkreditieren lassen. Akkreditierte Ausbildungen können dann für die Zertifizierungstufen der ICF (siehe unten „Die 3 Zertifizierungsstufen für Coaches“) angerechnet werden.


Alle 3 Level bescheinigen, dass die hohen Qualitätsstandards der ICF und deren wesentliche Inhalte in der Coachingausbildung integriert und ausführlich vermittelt werden. Diese Qualitätssäulen der ICF sind:



Unterschiede der akkreditierten Level 1-3

Der ICF bietet 3 unterschiedliche Akkreditierungslevel, dabei gilt:
Je größer der Umfang der Ausbildung, desto höher das verliehene Level.


Eine Ausbildung mit akkreditiertem Level 1-3 ist für sich allein nie ausreichend für eine Zertifizierung, aber immer eine zentrale Voraussetzung für die schnellsten Wege dorthin.


  1. Level 1 (ACSTH – Approved Coach Specific Training)
    60 h Ausbildung
    Berechtigt zu: ACC-Zertifizierung
  2. Level 2 (ACTP – Accredit Coach Training Program)
    125 h Ausbildung + 10 h Mentorcoaching + Leistungsnachweis in Form von zwei Prüfungscoachings
    Berechtigt zu: PCC-Zertifizierung
  3. Level 3
    PCC-Zertifizierung + 75 h Ausbildung
    Berechtigt zu: MCC-Zertifizierung

Die 3 Zertifizierungsstufen für Coaches

Die ICF bietet Coaches die Möglichkeit, sich auf 3 Stufen zertifizieren zu lassen. Die vorhin beschriebenen Akkreditierungslevel 1-3 sind für die jeweilige Zertifizierungsstufen eine wichtige Voraussetzung.


  1. Stufe 1: ACC – Associate Certified Coach (60 h Ausbildung, 100 Kundencoachingstunden*)
  2. Stufe 2: PCC – Professional Certified Coach (125 h Ausbildung, 500 Kundencoachingstunden*)
  3. Stufe 3: MCC – Master Certified Coach (setzt eine PCC-Zertifizierung voraus + 75 h Ausbildung sowie 2.500 Kundencoachingstunden*)

*Nachweislich durchgeführte Kundencoachingstunden á 60 Minuten


Noch einmal zur Erinnerung: Ausbildungen werden akkreditiert, Coaches werden zertifiziert.


Die 5 Voraussetzungen für die Zertifizierung von Coaches:

Allen 3 Zertifizierungsstufen (ACC, PCC, MCC) liegen 5 gemeinsame Kriterien zugrunde, die erfüllt sein müssen, um die Zertifizierung zu erlangen:


  1. Coaching-Ausbildung (für den schnellsten Weg idealerweise akkreditiert mit Level 1 oder 2)
  2. Begleitung und persönliche Weiterentwicklung durch Mentorcoachings
  3. Leistungsnachweis (Audioaufzeichnung & Transkript von 2 Coachingsitzungen)
  4. Professionelle Erfahrung in Form von Kundencoachingstunden
  5. Sind die ersten 4 Punkte erfüllt, ist als letzter Schritt die Anmeldung zur Zertifizierungsprüfung, dem ICF Credentialing Exam möglich (ab 1. August 2023)

Wie komme ich zu einer ICF-Zertifizierung?

Mit Level 2 zu ACC oder PCC

Der schnellste Weg zur Zertifizierung führt über eine LEVEL 2 (ehemals ACTP) akkreditierte Coachingausbildung wie z.B. die FUTURE-Coaching-Ausbildung 4.0


Dieses Ausbildungslevel beinhaltet bereits die ersten 3 oben angeführten Voraussetzungen (Ausbildung, Mentorcoaching und Leistungsnachweis). Um sich zur ICF-Prüfung anzumelden, fehlen nur noch die entsprechenden Kundencoachingstunden (für ACC 100 h, für PCC 500 h).

Mit Level 1 zu ACC

Beim Weg über eine Level 1 Ausbildung müssen alle erforderlichen Voraussetzungen (siehe oben 5 Voraussetzungen) ausführlich nachgewiesen werden, denn eine solche Ausbildung umfasst nur die geforderten 60 h Ausbildung, die Voraussetzung für den ACC sind.


Ohne Level zu ACC oder PCC

Wer keine akkreditierte Ausbildung absolviert, hat den größten Aufwand, um eine Zertifizierung zu erlangen. Zunächst wird die Coachingausbildung daraufhin geprüft, ob sie die hohen ICF-Standards erfüllt. Alle Ausbildungsinhalte müssen ausführlich dokumentiert eingereicht werden. Darüber hinaus sind auch die Voraussetzungen 2-4 dokumentiert einzureichen und schließlich die Prüfung zu absolvieren.

MCC

Für die Zertifizierung zum MCC ist ein gültiger PCC Voraussetzung. Zusätzlich müssen 75 anrechenbare Ausbildungsstunden sowie eine Berufserfahrung von insgesamt 2.500 Kundencoachingstunden nachweisbar sein.


Gültigkeit und Kosten

Jede Zertifizierung ist drei Jahre lang gültig und muss dann in einem deutlich weniger aufwendigen Prozess erneuert werden. Die einmaligen Kosten liegen zwischen USD 175 und USD 900, abhängig von der Zertifizierungsstufe und davon, ob eine ICF-Mitgliedschaft besteht oder nicht.


Was motiviert Coaches sich zu zertifizieren?

Im stetig größer und unübersichtlicher werdenden Coachingmarkt nimmt die Bedeutung von Qualitätssiegeln immer mehr zu. Der Berufsbezeichnung Coach ist nicht geschützt, weshalb sich unzählige Coaches zu sehr vielfältigen Themen am Markt finden. Um sich in der eigenen Professionalität von den anderen abzuheben und auch potenziellen Kund*innen eine Orientierung über die eigene Coachingqualität zu geben, suchen immer mehr Coaches nach unabhängigen Zertifizierungen. Diese…


  • ermöglichen professionellen Coaches sich abzuheben
  • vermitteln die Sicherheit durch renommierte Institute
  • schaffen Vertrauen auf Kundenseite und bestärken den Coach
  • zeugen von der eigenen Coaching-Kompetenz
  • geben Orientierung und Transparenz durch nachvollziehbare Qualitätsstandards
  • fördern die persönliche Weiterentwicklung als Coach

FUTURE und ICF – seit über 20 Jahren Partner für höchste Coachingqualität

Für FUTURE, als jeher international agierendes Trainernetzwerk, sind global gültige Qualitätsstandards von großer Bedeutung. Es freut uns darauf hinweisen zu können, dass die ersten zertifizierten Coaches im deutschsprachigen Raum FUTURE-Trainer*innen waren und dass das FUTURE-Netzwerk über die höchste Anzahl an MCCs verfügt.


Persönliche Gewinne aus der engen Kooperation mit dem ICF beschreiben einige FUTURE-Trainer*innen wie folgt:

  • Weitblick – es tut so gut über den Tellerrand hinauszuschauen.
  • Viel inhaltliches Knowhow.
  • Einblick in eine globale Sichtweise.
  • Chance immer am Ball zu bleiben.
  • Fokus auf das Gemeinsame, das uns international vergleichbar macht.
  • Standards schaffen Orientierung trotz der großen Individualität jeder Coachingschule und jedes einzelnen Coaches.
  • Ich konnte einen Beitrag zur Professionalisierung des Berufsstandes leisten.
  • Ich bin Teil eines inspirierenden, internationalen Netzwerkes, aus dem sich auch langjährige Freundschaften entwickelt haben.
  • Die Mitarbeit in unterschiedlichsten ICF-Projekten hat uns in unserer Coaching-Kompetenz sehr gestärkt. Die Erkenntnisse daraus sind immer in die Weiterentwicklung der eigenen Kompetenz und der Ausbildung geflossen.
  • Wer sich einbringen möchte findet bei der ICF unzählige Möglichkeiten in unterschiedlichsten Projektgruppen.

Muss ich mich jetzt zertifizieren lassen?

Es gibt viele Vorteile, die sich aus einer Zertifizierung ergeben. Ob sie allerdings für Ihre Situation sinnvoll ist, hängt stark davon ab, welche beruflichen Ziele Sie damit verfolgen. So wird etwa im Businesskontext eine Zertifizierung häufig vorausgesetzt und kann ausschlaggebend für eine Auftragserteilung sein, während es der Klientel in anderen Bereichen weniger wichtig ist.


Falls Sie sich für eine Zertifizierung entscheiden sollten, haben Sie nun hoffentlich mehr Klarheit darüber, wie die verschiedenen Zahnräder ineinandergreifen und fühlen sich gut informiert, um dieses Vorhaben nun anzugehen.


Allen, die sich noch tiefer mit der ICF auseinandersetzen möchten, seien für die gewünschten Infos folgende Seiten empfohlen:


Über die Autorin:

Nicole Schindler ist Expertin für Human Resources und FUTURE-Qualified Core Coach. Darüber hinaus begleitet sie FUTURE mit ihrem Fachwissen in den Bereichen Marketing und Kommunikation.

Teilen mit

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert