Begegnung im virtuellen Raum – ein Geschenk unserer Zeit?

Begegnung im virtuellen Raum – ein Geschenk unserer Zeit? future training beratung coaching blog

Homeoffice und Arbeiten im virtuellen Raum waren bis vor kurzem in vielen Unternehmen mit Fragen und Zweifeln besetzt. Doch mit dem Ausbruch der Covid-19-Krise war plötzlich nur mehr eine Frage wichtig: Wie schnell können wir die technischen Voraussetzungen schaffen? Und dann ging es auch schon ins Tun. Das MUSS hat viele Fragen hintenangestellt – es musste einfach funktionieren. Und sieh da, nun funktioniert‘s.

Aber wie gut funktioniert es tatsächlich? Welche Vor- und Nachteile hat uns die Arbeit im virtuellen Raum gebracht? Empfinden wir diese neue Art der Arbeit wirklich als Geschenk?
Erstmal: so neu ist das virtuelle Arbeiten eigentlich gar nicht. Bereits 2005 haben wir in der FUTURE Coaching Ausbildung unsere ersten Telefoncoachings abgehalten und waren überrascht, wie positiv das damals aufgenommen wurde.

Vor zwei Jahren haben wir mit der FUTURE-Coachingausbildung 4.0 begonnen, virtuelle Module mit in die Ausbildung zu integrieren. Und aktuell sind wir gefordert, Präsenzseminare im virtuellen Raum abzuhalten. Erneut machen wir die Erfahrung, wie wichtig es ist, die Qualität der persönlichen Begegnungen im virtuellen Seminarraum bewusst und gekonnt zu gestalten.

Feedbacks von unseren TeilnehmerInnen

Ein Teilnehmer eines virtuellen Moduls berichtet Folgendes: „Es hat alles gut funktioniert, dennoch war ich froh, die Teilnehmer bereits in vorherigen Modulen offline kennengelernt zu haben. Sonst wäre es mir am Computer mit den neuen Gesichtern zu wenig persönlich gewesen. Gut gefallen haben mir die Kleingruppen in den sogenannten Breakout Rooms. Da entstand viel Nähe und Raum für Begegnung. Sehr abwechslungsreich und wohltuend fand ich auch die Körperübungen. Ein weiterer Gewinn: Anreise und Hotelkosten konnte ich mir komplett sparen. Herausfordernd fand ich hingegen, meine Konzentration voll auf dem Seminar zu halten, während die Familie umherschwirrt.“

Von einer anderen Teilnehmerin stammt dieses Feedback: „Ich war überrascht, dass virtuelles Arbeiten so effizient und zielorientiert ist. Möglich gemacht hat das meines Erachtens die gekonnte Moderation mit viel Empathie und achtsamer Kommunikation. Etwas gefehlt haben mir die gemeinsamen Pausen und die gemütlichen Abendstunden mit Seminarkollegen, wo man sich noch mal ganz anders erleben kann. Ich war überrascht, wie kurzweilig und gleichzeitig intensiv das virtuelle Seminar war. Leichtigkeit und Lachen hatten auch beim virtuell seinen Platz – mal ein Witz oder eine Anekdote: das hat gut getan. Es hat richtig Spaß gemacht.“

Warum empfinden wir virtuelle Begegnungen oft als anstrengender?

Trotz all der hervorragenden Möglichkeiten, die uns für die Arbeit im virtuellen Raum zur Verfügung stehen, ruft das Thema Online-Meeting immer wieder gemischte Gefühle hervor.
Häufig werden virtuelle Meetings als sehr effektiv und zielgerichtet empfunden. Dennoch ziehen viele Menschen echte Begegnungen, den Meetings im virtuellen Raum vor.
Warum?

Eine Erklärung dafür liegt im Wesen der Kommunikation. Sie besteht immer aus zwei Ebenen, der Sachebene und der Beziehungsebene. In Begegnungen offline sehen und spüren wir einander direkter, wodurch mehr Nähe entsteht und wir ein erhöhtes Gefühl von „echter“ Begegnung haben. Die so erlebte Beziehung bereichert uns mehr und unterstützt, anstehende Themen auf der Sachebene konstruktiv und kooperativ anzupacken.

In virtuellen Begegnungen erleben wir unser Gegenüber nicht zwangsläufig „hautnah zum Angreifen“. Auch steht zunächst oft die Technik im Vordergrund (oder im Weg). Unsere Aufmerksamkeit ist auf den Bildschirm gerichtet, und wir sind sachlich auf die Themen konzentriert, die ja immerhin der Grund für das Meeting sind. 

Die persönliche Beziehung kann dabei aber zu kurz kommen. Die anstehenden Themen werden zwar effektiv besprochen, doch es bleibt ein schales Gefühl zurück. Die Sachlichkeit steht im Vordergrund, der Mensch rückt nach hinten und kommt zu kurz.
Das muss nicht zwangsläufig so sein!

Was können wir tun, um eine höhere Beziehungsqualität und somit mehr Menschlichkeit in unsere Arbeit im virtuellen Raum zu bringen?

Begegnungen offline und solche im virtuellen Raum haben etwas gemeinsam: Es liegt an den beteiligten Menschen, einen geeigneten Beziehungsraum aufzuspannen – einen inneren Raum, in dem echte Begegnung möglich ist. Egal ob online oder offline: wir können entweder auf uns selbst fokussiert sein, nur mit einem Ohr zuhören und mit dem Kopf woanders sein. Oder aber wir nehmen uns Zeit füreinander und sind offen und bereit, den Menschen tatsächlich zu begegnen.
Damit Meetings uns erfüllen und zufrieden machen, ist es wichtig, dass der Mensch im Vordergrund steht. Und dafür braucht es einen bewussten Zugang, unsere Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen, unsere offenen Herzen.

Es liegt also an uns – an allen am Meeting Beteiligten – die Räume für echte Begegnung zu gestalten. Wo Achtsamkeit und Wertschätzung aufeinander treffen und wo sie einen Rahmen für Beziehung bieten – wie eine schöne Verpackung und eine liebevolle Karte – da legen sich die die Geschenke von selbst hinein. Wir machen uns die Geschenke selbst (oder auch nicht). Egal wo wir uns treffen, in der „real World“ oder über Telefon, Skype, Zoom und Co.

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