Welches Leadership braucht es in der Krise? Oder steckt Leadership selbst in einer Krise? Die Frage klingt einfach. Die Antwort ist es nicht. – Ein Blogbeitrag von Stefan Bauer-Wolf und Susanne Plaschka

Wer heute Unternehmen führt oder Teams leitet, bewegt sich auf einem schwierigen Terrain, das sich täglich verändert: Märkte, die nicht mehr planbar sind. Mitarbeitende, die mehr Orientierung suchen. Und ein Führungsverständnis, das in den letzten Jahren stets propagiert hat: „Wir müssen immer gemeinsam denken, flach organisieren und partizipativ entscheiden. Wir müssen den Menschen in den Mittelpunkt stellen.“
Guter Ansatz. Richtige Haltung. Und doch: In Krisenzeiten stößt genau dieser Ansatz an seine Grenzen.
Wenn alles wackelt, wollen Menschen wissen, wohin die Reise geht.
Viele Führungskräfte erleben es gerade: Die agile Zusammenarbeit, die in ruhigen Fahrwassern so gut funktioniert hat, gerät unter Druck. Co-Creation braucht Zeit und Sicherheit – zwei Dinge, die in einer Krise Mangelware sind. Und der innere Krisenzustand tut sein Übriges: Wer selbst verunsichert ist, greift auf alte Muster zurück. Zuhören fällt weg. Reflexion auch. Was bleibt, ist Reaktion.
Reiz und Reaktion sind uralt. Gute Führung entsteht erst im Raum dazwischen.

Was Führung in der Krise wirklich braucht
Die Antwort ist nicht: weniger Menschlichkeit. Die Antwort ist: mehr Klarheit.
Gute Führung in herausfordernden Zeiten bedeutet, beides zu beherrschen, sowohl klar als auch den Menschen zugewandt führen können – und zu unterscheiden, wann welcher Stil gefragt ist. Es braucht jemanden, der vorausgeht, eine Richtung vorgibt und Entscheidungen trifft, auch wenn sie unbequem sind. Gleichzeitig braucht es die Fähigkeit, Menschen dafür abzuholen und mitzunehmen. Das heißt auch ehrlich zu informieren, die Wahrheit zuzumuten – und das mit Würde.
Das ist kein Widerspruch zu modernem Leadership. Es ist sein Kern.
Denn Leadership war nie ein Empowerment-Programm zum Wohlfühl-Selbstzweck. Leadership bedeutet: Ich kenne mich selbst. Ich bin klar über das, was zu tun ist. Und ich gehe – nicht trotzdem, sondern gerade deshalb – auf die Menschen zu, die ich führe. Das Herz ist als zentrale Ressource für die Führungskraft immer dabei. Auch dann, wenn die Entscheidungen schwer sind.
Selbstleadership als Fundament
Der entscheidende Unterschied liegt dabei oft nicht in den Methoden, sondern in der inneren Verfassung der Führungsperson. Wer in sich selbst keine Klarheit hat, kann sie auch nicht nach außen vermitteln. Selbstleadership ist kein Add-on oder Nice-to-have, es ist die Voraussetzung für alles andere.

Eine Einladung zum Weiterdenken
Leadership ist kein statisches Konzept. Es entwickelt sich mit den Herausforderungen, die uns begegnen. Die Fragen, die uns als FUTURE bewegen sind: Wie sieht Führung aus, die klar UND mensch-bezogen ist? Wie geht Führung, die Mut zeigt UND Brücken baut?
Antworten auf diese Fragen werden wir in den kommenden Monaten vertiefen – in unseren Publikationen, Seminaren und unserer Begleitung. Sehr gerne gemeinsam mit Ihnen.
Wir sind neugierig: Wie erleben Sie Führung in Krisenzeiten – in Ihrem Unternehmen, in Ihrer eigenen Rolle? Was hat geholfen? Was ist gescheitert?

Weiterführende Angebote
zusätzlich „Coaching-Skills für Führungskräfte“ unter meiner Leitung ab 23. November in Wien (wird von Angelika demnächst auf der Website eingestellt, der Name wird übrigens dabei von „Coaching-Kompetenz“ auf „Coaching-Skills“ geändert.)
1) FUTURE-Leadership-Training
Erfolgreich führen mit Herz und Methode. Das Basistraining für Führungskräfte. Die nächsten Termine:
- ab 10.6.26 in D-82549 Königsdorf
- ab 24.09.2026 in A-1080 Wien
-
ab 15.10.2026 in A-6162 Mutters
2) Leadership-Excellence
Die Meisterfschaft des Führens. Das Trainings- und Coachingprogramm für erfahrene Führungskräfte. Die nächsten Termine:
-
20.07.2026 – 03.02.2027 in D-82549 Königsdorf
3) Coaching-Skills für Führungskräfte
Selbstverantwortung stärken, leichter Lösungen finden. Ein neues Verständnis von Leadership erlangen. Besser kommunizieren, mehr erreichen.
Über die Autoren Susanne Plaschka und Stefan Bauer-Wolf:

Susanne Plaschka ist langjährige FUTURE®-Trainerin, FUTURE-Coach, und zertifizierte Professional Certified Coach der International Coaching Federation. Möglichkeiten mit ihr zu arbeiten finden sich unter anderem in den oben genannten, weiterführenden Angeboten.
Stefan Bauer-Wolf ist langjähriger FUTURE®-Trainer und systemischer Organisationsberater. Mehr zu seiner Expertise und wie er Sie unterstützen kann, finden Sie in seinem verlinkten Profil.
